Pflaume
IHR KLEINES GARTENHAUS

Luise und ihr Mann Paul lebten zunächst mit uns drei Enkeln, ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter und den drei Enkeln in einem kleinen Dorfhaus.
Nachmittags zog sie los, um in ihren Garten zu gehen. Der lag auf einem Hügel oberhalb des Dorfes. Ein weitläufiges Gelände, aufgeteilt in einen großen Nutzgarten, in Wiesen mit Obstbäumen und einer Weide für die 5 bis 6 Schafe. Auf dem Gelände stand ein kleines Gartenhaus – groß genug, um dort den Mittagsschlaf zu halten und auch eine Kleinigkeit zu kochen.
Doch in dem Dorfhaus wurde es bald zu eng. Es gab viel Streit. Die katholische Schwiegertochter, die nicht ins lutherische Haus passte, die Kinder, die versorgt werden mussten, wenn die Mutter arbeitete, die hausinternen Streitereien zwischen meinen Eltern. Es war viel Streit im Haus.
Wir Kinder schliefen zu dritt im Keller. Das war gruselig. Jeden Abend die Stufen hinab in die dunkle muffige Kellerwelt.
Also beschlossen die Großeltern, ihr kleines Gartenhaus durch ein etwas größeres Holzhaus zu ersetzen und ganz hinauf auf den Hügel in ihren Garten zu ziehen. Es war ein schlichtes Haus, mit einem kleinen Wohn- und Esszimmer, einer winzigen Küche, einem winzigen Bad und einem Schlafzimmer, das mit einem Doppelbett und einem Einbauschrank komplett ausgefüllt war.
Vor dem Haus gab es eine schmale überdachte Veranda und davor ein betonierter Sitzplatz mit Tisch und Stühlen.
Wir Kinder verbrachten viele Nachmittage und die Sommerferien bei den Großeltern. Denn hier gab es Ruhe, Struktur, Freiheit und immer etwas Spannendes zu tun.
Außer im Winter.